Seidenbändchen

Verschiedene Quellen geben ungefähr das 17. Jahrhundert als Geburtsstunde der Seidenbändchen-Stickerei an. Der Ursprungsort ist eindeutiger: Frankreich. Bei Hochadel und Klerus erfreuten sich die edlen Seidenblumen schnell großer Beliebtheit. Englische Schneider griffen die neue französische Mode gerne auf für ihre „Royals“ und andere zahlungskräftige Kunden. Der nächste Schritt war die Entdeckung der Bändchen für alle möglichen Accessoires: Gürtel und Taschen, Bilder und Knöpfe, Teekannenwärmer und Nähkästchen. Ihre Blüte erlebten sie im viktorianischen Zeitalter. Das 20. Jahrhundert hatte sie lange Zeit in Vergessenheit geraten lassen. Doch seit einigen Jahren erleben sie ein  Comeback.

Mainzer Blumenladen (mit Stumpwork-Floristin)

Mainzer Blumenladen (mit Stumpwork-Floristin)

Blumenwiese

Blumenwiese

Viktorian Spray
Viktorian Spray mit Flieder

Weizenfeld

Weizenfeld

Ein teures Vergnügen wird es wohl auch diesmal wieder bleiben, das Sticken mit Seidenbändchen. Denn die kostbare Ware wird von Japan über Amerika exportiert und dort mit hohen Steuern belegt. Schon manche Stickerin hat versucht, diese Kosten zu umgehen und mit Seidenbändchen aus dem Floristikbedarf zu arbeiten. Doch diese Bänder sind nichts weiter als geschnittene Stoffstreifen – die echten japanischen Seidenbändchen dagegen haben gewebte Ränder, nur so wird ein Ausfransen verhindert. Auch Seidenbändchen zum Stricken sind für die meisten Zwecke (Ausnahme: gewebte Rose) gänzlich ungeeignet.

Und überhaupt! Nur Seide ist wie Seide: weich im Fall, und doch auch wieder standfest genug für dreidimensionale Formen. Mit anderen Materialien sind diese Effekte nicht zu erreichen. Die Bändchen gibt es in den gängigen Breiten 2, 4 und 7 mm. Auch 13 mm-Bändchen sind am Markt, werden aber eher selten benötigt. Meist bleiben sie einzelnen Blumen im Mittelpunkt des Designs vorbehalten.

Blumenkörbchen

Blumenkörbchen

Es gibt eine große Vielfalt an Stichen. Zwar erzielt man auch schon mit einfachen Vorstichen sehr schöne Ergebnisse. Doch wie man eine bestimmte Blume darstellt, lernen Sie doch am besten in einem Kurs.

Blumen darzustellen kann aber auch ohne Seidenbändchen ein großes Vergnügen sein und die Beobachtung der Natur war und ist immer eine Quelle der Inspiration, sogar dann, wenn man das Gesehene gar nicht getreu abbildet, sondern sich davon zu bestimmten Formen und Farben anregen lässt.

Monet

Monets Garten auf Seide